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Evangelisch Oberrheinisches Kirchenkabarett zu Gast in Staffort 2017


Gesangbücher sind keine Werbegeschenke
Kabarett nimmt in Staffort die Bausteine kirchlicher Daseinsfürsorge unter die Lupe
DAS EHRENAMT AUFS KORN nahmen Claudia Zoller, Monika Rudolph und Cornelia Schmidt in der evangelischen Kirche in Staffort.
Was gibt es für die bronzene „Churchcard“?
 
Quelle: ev. Kirchengemeinde Staffort-Büchenau
 

 

Der zurückgehende Kirchenbesuch allerorten ist längst bekannt. Diesem Übel von protestantischer Seite entgegenzuwirken, hat das „Evangelisch Oberrheinische Kirchenkabarett“ aus Kenzingen sich mit seinem neuesten Programm verschrieben, dem „Evangelisch Operativen Kirchenmarketing“. Unter dem Titel „Geh aus mein Herz und such die Leut“ zündeten Claudia Zoller, Cornelia Schmidt und Monika Rudolph in der evangelischen Kirche in Staffort ein Sieben-Punkte-Programm an Vorschlägen, wie man der protestantischen Kirche zu besserem Image, mehr Anziehungskraft, mehr Nähe verhelfen könnte: Nur das dünne Toilettenpapier im Gemeindehaus auszutauschen, war zwar ein Punkt in Sachen „Ausstattung“, genügt aber nicht.
Eine heikle Frage war: Was machen die Katholischen anders? Das fängt schon mit dem „professionellen Duftmarketing“ (genannt Weihrauch) an, verkündete Claudia Zoller – und klappte ein Kärtchen an der Klapptafel um: ein Punkt für die Gegenseite.
Die nächste Nummer zelebrierte Cornelia Schmidt als „Stewardess“, die dem Kirchenbesucher-Neuling erste Regeln beibringt: Freie Platzwahl ist ein Irrtum, Gesangbücher sind keine Werbegeschenke und das Abendmahl keine Weinprobe. Stück für Stück nahmen die drei Damen die Bausteine kirchlicher Daseinsfürsorge unter die Lupe, mal gab es hier einen Pluspunkt, mal auf der Gegenseite.
 
Trauung: „Standard oder persönlich besprochen? Der Juni ist der teuerste Monat. Reisstreuen? Bänke versetzen für den breiteren Mittelgang? Da kommt dann schon ein fünfstelliges Sümmchen zusammen. Ein echtes Angebot wäre XXL-Trauung mit Kindstaufe inbegriffen.“
Sehr schön spitz war die Einführung der Churchcard. Was muss ich tun für Bronze, was bekomme ich dafür? Einen gepolsterten Sitz. Und was verspricht die Platin-Ausführung? Und jetzt hatte das kabarettistische Trio die Wahrheit am Wickel.
Die Platin-Besitzerin, die immerhin jede Woche den Gottesdienst besuchen muss, himmelt den Pfarrer an: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. – Und dann ist es passiert!“ Was?? „Ehe sie sich versieht, ist sie im Ehrenamt.“ Nicht schonungslos, aber doch mit Schärfe analysieren die drei Frauen: „Den Finger kennt man nicht, man nimmt die ganze Hand.“ Um diesem bedenklichen Zustand zu entkommen, wurde kollektiv das „Nein“-Sagen eingeübt. In diesem Moment klingelte bei Monika das Handy, und jeder hörte sie laut sagen: „Ja, Herr Pfarrer, kann ich machen.“
 
Mittlerweile war die Attraktivitätsskala auf katholischer Seite bereits auf sechs zu fünf Punkte angestiegen. Da zogen die Protestanten ihren größten Trumpf: Luther. Ein Jahr lang gab es von morgens bis abends nur Luther: „In Sachen Devotionalien macht uns keiner was vor.“
Damit war der Punktestand des Evangelisch Operativen Kirchenmarketings ausgeglichen. Und das Evangelisch Oberrheinische Kirchenkabarett freute sich, dass in Staffort „keiner der Besucher zum Lachen in den Keller“ gegangen war.
 
Marianne Lother
 
Quelle: ev. Kirchengemeinde Staffort-Büchenau
Quelle: ev. Kirchengemeinde Staffort-Büchenau
 

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